Der Männergesangverein Harmonia wird 200 Jahre jung
Feierlichkeiten werden coronabedingt abgesagt, Chronik aber vorgestellt

Es war eine Zeit des Umbruchs.
1815 war auf dem Wiener Kongress die politischen und territorialen Neuordnung Europas  vereinbart worden. Einige Jahre später verstarb 1821 Napoleon Bonaparte, der verbannte Kaiser Frankreichs – und in Damme gründete sich der Männergesangverein Harmonia, der in diesem Jahr seinen 200. Geburtstag groß feiern wollte.

Die Rot-Weiß-Sporthalle war für das Festwochenende vom 25. bis 27. Juni bereits im vergangenen Jahr fest gebucht und ein Festwirt gefunden worden. Mit einem Konzert am Freitag, einem bunten Abend am Samstag und dem Sängerbundesfest am Sonntag, wollte der Männergesangverein (MGV) Harmonia Damme sein 200-jähriges Gründungsjubiläum gebührend feiern. Die Corona-Pandemie macht den Sängern allerdings einen Strich durch diese Rechnung.

Auch wenn die Zahlen zur Entwicklung der Pandemie im Moment Hoffnung auf ein weitgehend normalisiertes Leben geben, ist in Absprache mit dem Vorstand des Sängerbundes Harmonia Vechta die Ausrichtung eines solchen Festes mit mehr als 1000 Gästen nicht verantwortbar und unter Beachtung der Corona-Auflagen auch kaum durchführbar.

Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben. Und so planen die Dammer Sänger eine Verlegung der Feierlichkeiten in das kommende Jahr. Ein neues, einheitliches Outfit, Hemden mit MGV-Logo, hat sich der Chor dafür schon mal zugelegt.

Auf eine Veranstaltung möchte der MGV in diesem Jahr trotz Allem nicht verzichten:

Die Vorstellung und den Verkaufsstart seiner Chronik in einem angemessenen Rahmen.

Seit 18 Monaten arbeitet eine eigens eingerichtete Arbeitsgruppe an der Chronik, die nicht nur die Geschichte des MGV in den 200 Jahren darstellen soll, sondern auch das Umfeld beleuchtet, in dem der Chor sich entwickelt und gewirkt hat.

Die aus Michael Boberg, Franz-Josef Echtermann, Ralf Enneking und Hans Schmutte bestehende Arbeitsgruppe erfährt professionelle Unterstützung unter anderem auch beim Layout durch Maria Schmutte und ihrem Bruder, Dr. Christoph Schmutte, die zusammen mit ihrem Vater bereits eine erfolgreiche Buchserie über Damme herausgegeben haben.

In einem Gastbeitrag erläutert Wolfgang Friemerding die geschichtliche Einordnung des Chors und der Gemeinde Damme im 19. Jahrhundert. Die Bedeutung des Amtssitzes Damme

war wohl ein Grund für die sehr frühzeitige Gründung eines Gesangsvereins in der Gemeinde. Immerhin kam es in der Residenz Oldenburg ebenfalls erst im Jahr 1821 zur Gründung ein Chors.

Mit dieser Chronik ist ein Werk entstanden, das auch die regionale Geschichte auf lebendige Art aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Die Bedeutung des MGV für das kulturelle Leben in der Stadt wird in der Chronik verdeutlicht. Seine großen Festivitäten, zum Beispiel die Umzüge zu den Sängerbundesfesten durch die festlich geschmückte Stadt, hatten zeitweise einen ähnlich hohen Stellenwert wie der Dammer Carneval.

Der Chorgesang in der Stadt wird anhand der verschiedenen Gesangvereine, vom Kinderchor über den Kneipenchor, bis hin zu den Kirchenchören in der Chronik ebenso vorgestellt wie befreundete Chöre aus den Nachbargemeinden, zu denen der MGV freundschaftliche Beziehungen unterhält.

Nur mit der großzügigen Unterstützung zahlreicher Sponsoren ist es möglich, dass die etwa 250 Seiten umfassende, hochwertige Chronik erstellt, in angemessener Qualität gedruckt und zu einem  günstigen Preis angeboten werden kann. Datum und Ort für die Vorstellung werden rechtzeitig bekannt gegeben. Ein Dank geht auch an die Oldenburgische Volkszeitung und alle andere Publikationen, die mit ihrer Berichterstattung öffentlich hilfreich wirken.  

Damme, im Juni 2021


Maria Rast war Zwischenstation der Sänger Challenge

“Mien Dammer Land, ik häbb di gern...” oder “Glückauf, der Steiger kommt...” erklang es auf der Terrasse des Seniorenheims Maria Rast aus sechs Männerkehlen am Vatertag 2020.

Die kleine Sängergruppe brachte den Bewohnern ein Ständchen und schlug damit zwei

Fliegen mit einer Klappe: Die Bewohner freuten sich über etwas Abwechslung in öden Coronatagen und die Sänger erledigten damit ihren Auftrag im Rahmen einer Challenge.
Die Sänger sind Mitglieder des Männergesangvereins Harmonia, der zur Zeit

coronabedingt nicht proben darf. Alle geplanten Auftritte fallen ebenfalls aus.
Deshalb hatte Sänger Jonas Stärk die Idee, eine Challenge zu starten, damit

die Stimmen nicht ganz “einrosten” und als Zeichen des Zusammenhalts.
In jeder Woche werden drei bis sechs Sänger nominiert, die sich unter Einhaltung der Coronaregeln treffen, einige Lieder singen und ein kurzes Handyvideo davon aufnehmen.

Dieses wird jeweils am Donnerstag, dem Probentag des MGV, in die gemeinsame

WhatsApp-Gruppe gestellt.
Getroffen hat man sich immer im Freien, mal am Strand des Dümmers,

in privaten Gärten oder jetzt eben auf der Terrasse des Seniorenheims Maria Rast.

Reichlich Beifall bekamen die Sänger von den Bewohnern für Lieder wie “Ick heff mol en Hamborger Veermaster sehn”, “Lieder, so schön wie der Norden”, “Wir gratulieren” oder den als MGV-Vereinslied umgetexteten Song “Always look on the bright side of life”.

Eine Meise setzte sich während des Gesangvortrags auf einen Brunnen zwischen Sänger und Zuhörer und zwitscherte fleißig mit. Abschließend stillte sie ihren Durst mit dem Brunnenwasser und nahm ein Bad. Die Sänger griffen lieber zum angebotenen Bier.


Prinz Frank III. beim MGV-Harmonie im Trainingslager 2020


Ohne zünftige Lieder ist der Dammer Carneval undenkbar.

Da ist natürlich in jedem Jahr der Prinz gefragt.

Er muss bei seinen rund 160 Auftritten in der Session mit gutem Beispiel vorangehen

und sich mit sicherer Stimme und dem richtigen Text den Ton angeben.
Damit das klappt, gehört die Teilnahme an einem Trainingslager

beim Männergesangverein Harmonia seit Jahren zum Pflichtprogramm der Prinzen.

Prinz Frank III. (Westerhaus) machte da keine Ausnahme.

Mit gut geölten Stimmen lief es mit dem Gesang nach kurzer Einweisung wie geschmiert.

So geschult, ist der Erfolg der nächsten Prinzen-Auftritte gesichert.


Männergesangverein Harmonia stell sich neu auf
Das 200-jährige Jubiläum 2021 wirft seine Schatten voraus

Der Mitgliederzuwachs und die im kommenden Jahr stattfindenden Feierlichkeiten

aus Anlass des 200-jährigen Vereinsjubiläums haben den Männergesangverein (MGV) Harmonia von 1821 veranlasst, sich zum Teil personell neu aufzustellen und

die anstehenden Aufgaben auf mehr Schultern zu verteilen.

Auf der vom Vorsitzenden Ralf Enneking geleiteten Generalversammlung am 9. Januar 2020

  im Vereinshaus Pellenwessel waren für einige Vorstandsposten Neuwahlen vorgesehen. Schriftführer August Steinmetz stand nach 14 Jahren in diesem Amt nicht mehr für eine Wiederwahl zur Verfügung. Zu seinem Nachfolger wurde Markus von der Heide gewählt.

Zu dessen Unterstützung wurde das Amt eines Pressewartes eingerichtet,

das von Hans Schmutte bekleidet wird.

Stefan Schmelz gab seine Posten als Notenwart ab und wechselt in den neu aufgestellten Musikausschuss, in dem er künftig mit Chorleiterin Maria Laux, Wilfried Hansli und Jonas Stärk zusammenarbeiten wird. Zum Notenwart wurde Franz-Josef Echtermann gewählt.

 

Für Kassierer Christof Quebbemann hieß es einstimmig: Wiederwahl.

Auf sieben Personen kräftig aufgestockt wurde der Festausschuss.

In ihm sind Ludger Decker, Jürgen Imsieke, Michael Boberg, Frank Schmedes, Walter Krolage, Werner Etzler und Josef Baumann.

Die Verstärkung wurde erforderlich, da neben den zahlreichen Auftritten, Konzerten und Feiern im kommenden Jahr das Sängerbundesfest mit rund 800 Teilnehmern in Damme ausgerichtet wird und unser großes Jubiläumskonzert.

Dirigentin Maria Laux äußerte sich in ihrem Jahresbericht erfreut

über die positive Entwicklung des Chors, die gute Stimmung und die reibungslose Integration

der neuen Mitglieder. Grenzwertig nannte sie die hohe Zahl der Auftritte im vergangenen Jahr. Die hatte Schriftführer August Steinmetz in seinem Bericht noch einmal Revue passieren lassen. Highlight des Jahres war das eigene Konzert in der Eventscheune Zerhusen im Mai.

Als einer der ersten Termine in diesem Jahr

wird am 29. März im Vereinshaus Pellenwessel wieder der 2017 erfolgreich eingeführte „musikalische Kaffeeklatsch“ stattfinden. Dabei werden auch plattdeutsche Lieder vorgetragen, um dem Plattdeutsche Jahr, dessen Patenschaft in diesem Jahr bei der Stadt Damme liegt, Rechnung zu tragen.


 

 

Vier Chöre präsentierten musikalische Leckerbissen
Jubiläumskonzert des Städtequartetts fand in der Eventscheune Zerhusen statt

Nicht immer ist der Gärtner der Mörder lehrt uns Reinhard Mey in seinem Song.

Am Ende kann sich auch der Butler als Bösewicht entpuppen. Mitglieder des gastgebenden Dammer Männergesangvereins Harmonia trugen unter anderem diesen Song vor. Tatort war in diesem Fall die Eventscheune Zerhusen, in der sich am Sonntag die vier Männergesangvereine (MGV) aus Diepholz, Vechta, Lohne und Damme zu einem gut besuchten Chorkonzert trafen.

Die vier Städte haben sich 1994, also vor 25 Jahren, zu dem Städtequartett „wir vier“ zusammengeschlossen, um unter anderem auf kulturellem Gebiet zusammen zu arbeiten.

Beeindruckend war die Vielfalt der präsentierten Chormusik.

Passend mit „Willkommen in der Welt unserer Lieder“ eröffneten die Gastgeber das Konzert, bevor der MGV Diepholz von 1899 mit flotten Weisen begeisterte. Er hatte sich Unterstützung von einigen jungen Mitgliedern des Klavichors mitgebracht, dessen jüngster Sänger der siebenjährige Arian war. Der schlüpfte in dem äußerst lebendig präsentierten Medley aus dem Musical Mary Poppins in die Rolle des Schornsteinfegers Bert. Für ihre Interpretation von „We are the world“ erhielten die Diepholzer ebenfalls tosenden Applaus.

Freude am Singen vermittelte der MGV „Vechtaer Liederkranz“ mit Liedern

wie „Freude am Leben“ oder „Viva la Musica“ und wurde für die von ihm gebotene gediegene Chormusik mit reichlich Beifall belohnt.

Die Dammer Sänger präsentierten den bekannten Hit „Always look on the bright side of life“.

Mit dem umgedichteten Text beschreibt der Chor auf erheiternde und selbstironische Weise damit sich selbst und fuhr ebenso fort, indem er „Wir sind die alten Säcke“ zum Besten gab.

Mit „Wochenend und Sonnenschein“ sowie „Froher Sängermarsch“ verbreitete der

MGV Concordia Lohne gute Laune, obwohl der Dauerregen auf das Scheunendach prasselte. Großes Kino war „Die „Diplomatenjagd“ von Reinhard Mey, die von den Lohnern mit Hingabe und Überzeugung zur Erheiterung der Zuhörer vorgetragen wurde.

Auch das gemeinsame Singen mit dem Publikum kam nicht zu kurz. Aus rund 400 Kehlen erklangen etwa „Heil dir o Oldenburg“ oder das „Steigerlied“.

Moderator und MGV Harmonia-Vorsitzender Ralf Enneking führte souverän durch die Veranstaltung. Die stellvertretende Dammer Bürgermeisterin Ruth Bresser brach in ihrem Grußwort eine Lanze für die Musik. So erwähnte sie die positiven Auswirkungen des gemeinsamen Singens auf die Gesundheit und berief sich auf das Gustav-Mahler Zitat:

„Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten“.

Der Eintritt zu dem Konzert war frei.

Gesammelte Spenden sind der Dammer Wohngruppe Antonius zugedacht,

wie im nachfolgenden Artikel dargestellt.

Im nächsten Jahr am 10. Mai ist Lohne Gastgeber für das jährliche Konzert des Städtequartetts. Ewald Grave lud als Vorsitzender des MGV Lohne dazu ein und versprach eine Veranstaltung

mit Überraschungen und versicherte „Lohne lohnt sich“.





Sänger ermöglichen Kindern und Jugendlichen ein Highlight
MGV Harmonia spendete 1250 Euro für die Wohngruppe Antonius

Mit einem symbolischen Scheck überreichte der Vorsitzende

des Männergesangvereins (MGV) Harmonia, Ralf Enneking, eine 1250-Euro-Spende

an Andrea Wördehoff, der Leiterin der Wohngruppe Antonius in Damme, Ohlkenbergsweg.

Ende September richtete der MGV das jährlich in unterschiedlichen Städten stattfindende

„wir-vier-Konzert“ mit Chören aus Vechta, Lohne, Diepholz und Damme aus.

Auf Eintritt wurde verzichtet, allerdings um Spenden für die Wohngruppe Antonius gebeten.

743 Euro Spendengelder kamen zusammen. Die Harmonia-Sänger gaben aus eigenen Mitteln noch einmal 507 Euro dazu. Somit wuchs die Spendensumme auf 1250 Euro. Auch ein kleiner Fehler - auf dem symbolischen Scheck war nur ein Betrag von 1200 Euro eingetragen worden - minderte die Freude von Andrea Wördehoff nicht, als sie im MGV-Vereinslokal Pellenwessel die Spende entgegennahm.

Die Wohngruppe Antonius besteht seit gut 20 Jahren. Zehn Kinder und Jugendliche

im Alter von sechs bis 18 Jahre habe dort ein Zuhause gefunden. Sie kommen aus stark belasteten Familien, sogenannten „Multiproblemfamilien“. Die Zuweisung und Finanzierung erfolgt über die Jugendämter. Für Unterbringung, Betreuung und Verpflegung der benachteiligten jungen Menschen ist somit gesorgt. Für Ausflüge oder besondere Spielgeräte steht allerdings kein Geld zur Verfügung.

Mit der MGV-Spende soll den Kindern und Jugendlichen einmal etwas Besonderes geboten werden, so Andrea Wördehoff. Was genau steht zwar noch nicht fest, ihr schwebt aber der Besuch in einem Kletterpark vor, der für die Bewohner ein absolutes Highlight wäre.

Von dem restlichen Geld könnten die maroden Fußballtore auf dem Gelände der Wohngruppe erneuert werden. Über die genaue Verwendung der Spende wird den Sängern noch berichtet.