Vier Chöre präsentierten musikalische Leckerbissen
Jubiläumskonzert des Städtequartetts fand in der Eventscheune Zerhusen statt

Nicht immer ist der Gärtner der Mörder lehrt uns Reinhard Mey in seinem Song.

Am Ende kann sich auch der Butler als Bösewicht entpuppen. Mitglieder des gastgebenden Dammer Männergesangvereins Harmonia trugen unter anderem diesen Song vor. Tatort war in diesem Fall die Eventscheune Zerhusen, in der sich am Sonntag die vier Männergesangvereine (MGV) aus Diepholz, Vechta, Lohne und Damme zu einem gut besuchten Chorkonzert trafen.

Die vier Städte haben sich 1994, also vor 25 Jahren, zu dem Städtequartett „wir vier“ zusammengeschlossen, um unter anderem auf kulturellem Gebiet zusammen zu arbeiten.

Beeindruckend war die Vielfalt der präsentierten Chormusik.

Passend mit „Willkommen in der Welt unserer Lieder“ eröffneten die Gastgeber das Konzert, bevor der MGV Diepholz von 1899 mit flotten Weisen begeisterte. Er hatte sich Unterstützung von einigen jungen Mitgliedern des Klavichors mitgebracht, dessen jüngster Sänger der siebenjährige Arian war. Der schlüpfte in dem äußerst lebendig präsentierten Medley aus dem Musical Mary Poppins in die Rolle des Schornsteinfegers Bert. Für ihre Interpretation von „We are the world“ erhielten die Diepholzer ebenfalls tosenden Applaus.

Freude am Singen vermittelte der MGV „Vechtaer Liederkranz“ mit Liedern

wie „Freude am Leben“ oder „Viva la Musica“ und wurde für die von ihm gebotene gediegene Chormusik mit reichlich Beifall belohnt.

Die Dammer Sänger präsentierten den bekannten Hit „Always look on the bright side of life“.

Mit dem umgedichteten Text beschreibt der Chor auf erheiternde und selbstironische Weise damit sich selbst und fuhr ebenso fort, indem er „Wir sind die alten Säcke“ zum Besten gab.

Mit „Wochenend und Sonnenschein“ sowie „Froher Sängermarsch“ verbreitete der

MGV Concordia Lohne gute Laune, obwohl der Dauerregen auf das Scheunendach prasselte. Großes Kino war „Die „Diplomatenjagd“ von Reinhard Mey, die von den Lohnern mit Hingabe und Überzeugung zur Erheiterung der Zuhörer vorgetragen wurde.

Auch das gemeinsame Singen mit dem Publikum kam nicht zu kurz. Aus rund 400 Kehlen erklangen etwa „Heil dir o Oldenburg“ oder das „Steigerlied“.

Moderator und MGV Harmonia-Vorsitzender Ralf Enneking führte souverän durch die Veranstaltung. Die stellvertretende Dammer Bürgermeisterin Ruth Bresser brach in ihrem Grußwort eine Lanze für die Musik. So erwähnte sie die positiven Auswirkungen des gemeinsamen Singens auf die Gesundheit und berief sich auf das Gustav-Mahler Zitat:

„Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten“.

Der Eintritt zu dem Konzert war frei.

Gesammelte Spenden sind der Dammer Wohngruppe Antonius zugedacht,

wie im nachfolgenden Artikel dargestellt.

Im nächsten Jahr am 10. Mai ist Lohne Gastgeber für das jährliche Konzert des Städtequartetts. Ewald Grave lud als Vorsitzender des MGV Lohne dazu ein und versprach eine Veranstaltung

mit Überraschungen und versicherte „Lohne lohnt sich“.





Sänger ermöglichen Kindern und Jugendlichen ein Highlight
MGV Harmonia spendete 1250 Euro für die Wohngruppe Antonius

Mit einem symbolischen Scheck überreichte der Vorsitzende

des Männergesangvereins (MGV) Harmonia, Ralf Enneking, eine 1250-Euro-Spende

an Andrea Wördehoff, der Leiterin der Wohngruppe Antonius in Damme, Ohlkenbergsweg.

Ende September richtete der MGV das jährlich in unterschiedlichen Städten stattfindende

„wir-vier-Konzert“ mit Chören aus Vechta, Lohne, Diepholz und Damme aus.

Auf Eintritt wurde verzichtet, allerdings um Spenden für die Wohngruppe Antonius gebeten.

743 Euro Spendengelder kamen zusammen. Die Harmonia-Sänger gaben aus eigenen Mitteln noch einmal 507 Euro dazu. Somit wuchs die Spendensumme auf 1250 Euro. Auch ein kleiner Fehler - auf dem symbolischen Scheck war nur ein Betrag von 1200 Euro eingetragen worden - minderte die Freude von Andrea Wördehoff nicht, als sie im MGV-Vereinslokal Pellenwessel die Spende entgegennahm.

Die Wohngruppe Antonius besteht seit gut 20 Jahren. Zehn Kinder und Jugendliche

im Alter von sechs bis 18 Jahre habe dort ein Zuhause gefunden. Sie kommen aus stark belasteten Familien, sogenannten „Multiproblemfamilien“. Die Zuweisung und Finanzierung erfolgt über die Jugendämter. Für Unterbringung, Betreuung und Verpflegung der benachteiligten jungen Menschen ist somit gesorgt. Für Ausflüge oder besondere Spielgeräte steht allerdings kein Geld zur Verfügung.

Mit der MGV-Spende soll den Kindern und Jugendlichen einmal etwas Besonderes geboten werden, so Andrea Wördehoff. Was genau steht zwar noch nicht fest, ihr schwebt aber der Besuch in einem Kletterpark vor, der für die Bewohner ein absolutes Highlight wäre.

Von dem restlichen Geld könnten die maroden Fußballtore auf dem Gelände der Wohngruppe erneuert werden. Über die genaue Verwendung der Spende wird den Sängern noch berichtet.